In Frankfurt (Oder) wurde ein Integrationskonzept von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet. Im Vorhinein haben wir Änderungen ins Spiel gebracht, denn queere Geflüchtete dürfen bei einem solchen Konzept nicht fehlen.

Änderungen zum Integrationskonzept

  • Schulung von Sozialarbeitenden der Stadt und der Träger sozialer Einrichtungen auf die Erkennung und den richtigen Umgang mit queeren Geflüchteten
  • Erstellung eines Konzeptes zum Umgang mit Schutzbedürftigen unter den geflüchteten Personen
  • Gezielte Unterbringung queerer Geflüchteter in eigenen dezentralen Unterkünften z. B. in einer eigenen WG für lesbische, schwule, bisexuelle, trans, Inter und queere Personen oder idealer Weise in eigenen Wohnungen. Es wird darauf geachtet, dass diese Personen nicht in Wohnverbünden oder wohnverbundähnlichen Unterkünften (Pablo-Neruda-Block) untergebracht werden.
  • Ausarbeitung einer Informationsbroschüre in verschiedenen Sprachen als Handreichung mit Beratungs- und Anlaufstellen für LSBTIQ*
  • Festlegung eines Ansprechpartners für queere Geflüchtete und Belange in Frankfurt (Oder)

Begründung

In Frankfurt (Oder) gibt es keine Anlaufstellen im Sinne einer fachlichen und begleitenden Beratung für queere Personen.

Queere Menschen, die fliehen mussten, kommen häufig aus Gebieten in denen sie diskriminiert oder als Verbrecher z. T. mit der Todesstrafe bedroht werden, wenn sie eine gegenseitige Beziehung eingehen wollen. Diese Geflüchtete haben die Herausforderung, dass sie meistens in Deutschland in der Nähe bzw. mit Personen Ihres oder anderer Länder untergebracht werden, die sie unter Umständen auch in Deutschland nicht respektieren und es kommt häufig zur Viktimisierung.

Um ihnen hier vor Ort die Möglichkeit zu geben, nicht weiter drangsaliert zu werden, benötigen wir Maßnahmen zum Umgang mit queeren Geflüchteten, denn es fehlen aufgrund der geringen Anzahl von queeren Personen Beratungsangebote vor Ort. So müssen sie für fachliche Hilfsangebote mitunter lange sowie kostenintensive Zugfahrten auf sich nehmen. Ein Integrationskonzept hat daher auch auf queere Geflüchtete einzugehen und die Bedürfnisse zu berücksichtigen.